Die Vegetationsperiode dauert ca. vier Monate; angebaut wird als Grundnahrungsmittel Gerste, ferner Weizen (der oft wegen frühen Wintereinbruchs nicht geerntet werden kann), Erbsen und Senf (als Öllieferant). Haustiere sind Rinder und Schafe, wenige Yaks. Pferde dienen zum Lastentransport. Es gibt fast keine Bäume (lediglich wenige Weiden und Pappeln können sich bei sorgsamer Pflege am Leben halten). Wasser ist aus der Gletscherschmelze genug vorhanden, muss aber mühselig in Kanälchen zum Verwendungsort geleitet werden.
Durch seine geographische Lage ist Zanskar seit Jahrhunderten weitestgehend isoliert, wodurch das Völkchen zwar seine kulturellen und sozial hochstehenden Werte bewahren konnte, der Konfrontation mit dem modernen Leben aber gefährlich unwissend und hilflos gegenüber steht.
Man kann das Ländchen nicht zum Museum machen wollen. Die Moderne zieht unweigerlich ein – nicht durch Tourismus (dazu ist die dreitägige Anreise aus dem Industal zu beschwerlich und zeitlich immer unsicher), sondern durch die einheimischen Kinder, die von den wenigen Familien, die sich das leisten können, zur Ausbildung manchmal bis nach Delhi geschickt werden, wo diese Schüler sehr schnell erkennen, dass das Leben überall bequemer ist als in Zanskar. Damit besteht die Gefahr, dass Zanskar sich langsam entvölkert, eine Kultur und ein beispielhaft sozial ausgerichtetes gemeinsames Leben ausgelöscht werden.
Die u.a. mit vielen gefährlichen Grenzfragen beschäftigte indische Regierung kann sich nur in begrenztem Umfang um das friedliche grenzferne Zanskar kümmern. Ausser wenigen meist nahezu erfolglosen Versuchen, Weiden anzupflanzen, gibt es einige „Government-Schulen” (Schulpflicht in Indien 5 Jahre), besetzt mit Lehrern aus Indien oder Kashmir, die sich als strafversetzt fühlen, oft das Klima nicht vertragen, rassisch, religiös und kulturell völlig anderer Herkunft sind und weder Interesse an einer Tätigkeit in Zanskar haben noch Verständnis für seine Bevölkerung.