Reinhard und Marianne Athenstaedt-Stiftung

Dazu muss man wissen, dass man in Ladakh und Zanskar weder Nachnamen noch Geburtsdaten unserer Art kennt - sowas gehört bei den Buddhisten zu den ganz und gar unwichtigen Dingen. Sie haben nur eine Kennung wie z.B.
Padma Lhamo, D/o Tsering Phunchok, R/o Yulang

Mädchen sind „D/o“ = Daughter of, Buben sind „S/o“ = Son of, darauf folgt der Vatername und „R/o“ = Residence of = der Wohnort. Manchmal gibt's Hausnamen.

Dolma' Söhnchen
Dolma' Söhnchen

Registrierungen bei Geburt gab es bisher nicht, nur die segnenden Mönche haben vermutlich irgendwo vermerkt, wann im astrologischen tibetischen Kalender ein neues Menschlein zur Welt kam und wo. Bei der Namensgebung haben übrigens die Eltern nichts zu melden - das obliegt dem Dalai Lama oder notfalls einem schneller greifbaren hohen religiösen Würdenträger. His Holyness der Dalai Lama soll als Erstnamen immer „Stanzin“ ausgeben - das erklärt, warum man in Zanskar unzählige Stanzin's trifft, was sehr verwirrend ist!

Jeder bekommt zwei Namen, von denen jeder als erster oder zweiter sowohl bei Männlein wie bei Weiblein bunt gemischt auftauchen kann - das kann zu einem für uns verheerenden Durcheinander führen, zumal wenn jeder seine Namen immer wieder 'mal anders niederschreibt.....

Neuerdings versucht die indische Regierung, auch in Zanskar Identitätskarten einzuführen (soweit sie die Menschen dort oben überhaupt greifen kann). Auf die Frage an die Freunde, was für ein Geburtsdatum sie dann angeben, haben sie fröhlich gelacht bei der Antwort: „Irgendein Datum, das wir uns gut merken können!” Das ist z.B. der 1.1. oder 11.11. weswegen so viele angeblich zwischen dem 1. und 12. der zwölf Monate geboren sind - man muss sich nur zu helfen wissen!

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