Reinhard und Marianne Athenstaedt-Stiftung

Mit Englisch kommt man im Allgemeinen gut durch. Aber Vorsicht! Das zanskarische Englisch ist gewöhnungsbedürftig, man muss da so seine Erfahrungen sammeln, z.B.: Am Anfang kam bei meinen Freunden eigenartig häufig “devil” vor, ich kannte das nur als „Teufel” und der konnte so oft und ohne Sinnzusammenhang gar nicht vorkommen. Bis ich drauf kam: Das sollte “they will” sein! Sie sprechen das “th” nicht so aus wie die Engländer, sondern immer als “t”. (Ein Theater ist ein “teta”!) Trotzdem kann man sich gut verständigen und wenn ein Wort fehlt, kommt man mit viel Phantasie und Umschreibungen (oder Händen und Füssen) doch zum Ziel und alle haben 'was zum Lachen.

Übel wird's bloss, wenn ein Konsonant „silent” ist, also nicht ausgesprochen oder niedergeschrieben wird, und zwar beim gleichen Wort ’mal so und ’mal so! Bei Personennamen geht das ja noch, bei Ortsnamen wird's schon schlechter, wenn man auf einer Karte oder im Inhaltsverzeichnis eines Reiseführers sucht. Padum kann auch unter Spadum gefunden werden, Tongde unter Stongde u.ä.

Mit den Konsonanten ist das überhaupt so eine Sache: Stehen einige hintereinander im Englischen, wird's unbequem und man spricht (oder schreibt dann sogar auch!) einfach einen Vokal dazwischen. Was z.B. ist „Sukul”? Ganz einfach eine Schule! Was soll man denn mit „School” anfangen!

Vokale werden oft einfach ausgewechelt. Erzählt Ihnen einer von Rangdum und ein anderer von Ringdom, sprechen beide doch vom gleichen Kloster! Und die Reiseführer schreiben 'mal so und 'mal so.

An sowas sollte man sich erinnern, muss es aber auch verstehen: Die Freunde in Ladakh und Zanskar kennen alles in ihren tibetischen Schriftzeichen und wie soll man die in unsere Schrift umsetzen! (Rotchina hat das gleiche Problem schon mit den seit 1979 vorgeschriebenen Pinyin-Regeln gelöst.) Und es kommt ja auch drauf an, wie ein Einheimischer ein Wort grade ausspricht und wie er oder ein Ausländer es niederschreibt.

Ausserdem eigenen tibetischen Dialekt müssen sie noch drei weitere Sprachen beherrschen: Hindi, die gebräuchlichste Sprache im meist hinduistischen Indien (müssen die Kleinen schon im Kindergarten lernen, auch die Schrift!), Englisch ist Amtssprche und Urdu, das von den Kashmiris gesprochen wird (Ladakh und Zanskar gehören ja zum indischen Bundesstaat Jammu & Kashmir).

Kanjurblatt
Kanjurblatt

Die tibetischen Schriftzeichen werden meist nur noch im sakralen Bereich benützt, dafür muss man sie auch können, wenn man z.B. den Kanjur (Niederschrift der Lehren Buddha's) nicht nur lesen, sondern auch verstehen will. In den Klöstern findet das noch statt, bei der übrigen Bevölkerung ist das nur noch bei sehr gut „Gebildeten” zu finden. Tibetisch wird von links nach rechts geschrieben, ebenso die meist gebräuchliche Schrift des Hindi und Urdu (dessen Schriftzeichen ähnlich sein sollen) von rechts nach links.

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