Zanskar, ein ladakhisches Hochtalgebiet mit dem Hauptort Padum, findet sich, ebenso wie Ladakh selber, kaum auf einer Landkarte. Abgeschottet von bis zu 7.000 m hohen Bergen, handelt es sich bei diesem mit einer durchschnittlichen Höhe von 4.000 m über NN höchstgelegenen besiedelten Land der Erde um ein ehemaliges Königreich der 1000jährigen Namgyal-Dynastie mit reichem eigenen kulturellen Leben.

Es gehört heute politisch zum nordindischen Staat Jammu und Kashmir und hat ca. 15.000 Einwohner überwiegend tibetischer Abstammung, die in den Traditionen des tibetischen Buddhismus leben.
Erst seit 1974 wurde das Gebiet politisch für Fremde geöffnet, verschliesst sich ihnen jedoch geographisch und klimatisch, so dass bis heute nur wenige Touristen Zanskar erleben konnten. Verkehrsmässig ist es nur erreichbar innerhalb von drei bis vier Sommermonaten.
Das Gebiet ist aride, von der globalen Klimaänderung aber inzwischen insofern spürbar betroffen, als der Monsum neuerdings mehrfach über die südliche Bergkette des Hohen Himalaya kippt und mit seinen schweren Regenfällen viele der nur aus ungebrannten Lehmziegeln gebrannten Häuser zerstört.
Man könnte meinen, die Zeit sei stehen geblieben in diesem abgelegenen Teil der Welt. Doch wenn man genauer hinschaut, fliesst sie wie an jedem anderen Ort auch. Dies wird insbesondere da deutlich, wo neue und alte Welt aufeinanderprallen. Damit gutes Altes und das gute Neue nebeneinander und miteinander bestehen und sich gegenseitig bereichern können, müssen sie sich bewusst begegnen, um voneinander zu lernen. Wissen und Können er- und vermitteln, Erzählungen, Bilder und Vorstellungen erfassen, sich mit Neuem auseinandersetzen, dies erfordert Orte des Lernens. Schulen sind rar in dieser Region, für viele Kinder entlegener Orte unerreichbar und für ihre Eltern, die teilweise in erschreckender Armut leben, unbezahlbar.