REISEBERICHT

Eine wunderbare Reise zu Choster – unserem SECPAD Patenkind in Zanskar

von Patrick und Leen Van Grootven

In 2016 auf dem Flughafen von Leh (Ladakh – Nord-Indien), kommen wir ins Gespräch mit Brigitta und Franz. Wir, das sind Lene und Patrick Van Grootven, sind auf der Heimreise nach einem frühzeitigen Abbruch von einem Trekking in Ladakh. Noch vor der Landung in New-Delhi entscheiden wir uns um Sponsor zu werden. Ist das Zufall? Ja, sicher, … aber auch Karma? Jeder Ladakhi und Zanskari wird dies voll bejahen.

Der Wunsch um ein Trekking in Zanskar zu machen, lebt dann schon seit Jahren. Aber jetzt mit unseren Engagement gegenüber Choster Stanzin und seine Familie haben wir einen Anlass. Und so stehen wir im Sommer 2017 wieder in Leh, auf Durchreise nach Zanskar.

Wir haben auf unsere Zanskarreise wundervolle und emotionale Erfahrungen erlebt: sowohl auf unsere private Pilgerfahrt nach der Phugtal Gompa, als während die SECPAD Schulbesichtigung und das Schulfest. Den Familienbesuch bei Choster in Karsha war herzerwärmend. Anschließend an Zanskar vollendeten wir dann unser in 2016 abgebrochenes Trekking zu den Changspa Nomaden in Ladakh, die die Fäden für die sagenhaft feine Kashmirwolle anliefern.

Unsere Zanskarwoche war völlig gestaltet durch die Familie Namgyal, deren Familienvater Sonam Namgyal den Vorstand der SECPAD-Schule in Zanskar leitet. Die Familie Namgyal hat für uns denn Transport von Leh nach Padum (Hauptstad von Zanskar) und zurück organisiert, für unsere Pilgerfahrt nach Phugtal einen persönlichen Führer gestellt und uns empfangen inmitten Ihrer wunderbaren Familie, in ihrem Familien- und Gästehaus P. Kongma. Dort haben wir auch die angenehme Bekanntschaft gemacht von Klaus und Fabian die dort vom Vorstand aus auf Arbeitsbesuch waren.

Auf der Hinfahrt, die minimal 2 Tagen beschlagnahmt, haben wir 2 Enkelkinder der Namgyals, Norzom und Kunzes, mitgenommen. Am ersten Tag fuhren wir von Leh bis nach Sankoo (südlich von Kargil). Den zweiten Tag geht es weiter über einen Jeeptrail durch das wunderschöne Hinku Hochgebirgstal. Eingeklemmt zwischen den Ausläufern des Himalayas rechts und der Zanskarkette links schleudert die Schrotterstrasse sich bis auf dem Pentse La (4400 MüM – Stupa) um dann langsam ins Zanskartal wieder ab zu senken.

Nach einer Nacht in Padum haben wir die SECPAD-Schule besucht. Die Einladung von Herrn Namgyal zum bevor stehenden Schulfest nehmen wir Dankbar an. Nach Schulabschluss gehen wir mit Choster mit zu seiner Familie in Karsha. Leider blieb keine Zeit mehr um auch die Karsha Gompa zu besuchen.

Am nächsten Morgen sind wir mit unserem Führer Stanzin, Schwiegersohn von Herrn Namgyal, los gegangen für ein 3 Tage Trekking zur Phugtal Gompa, einer der letzten Gompa’s im Himalaya die nur zu Fuß zu erreichen ist (Stand Sommer 2017). Hoch über eine Felswand in einer Grotte hinein gemeißelt schwebt die Gompa über den kleinen Tsarap Fluss. In ausgesetzter isolierter Lage auf 4000 MüM leben und meditieren hier auf Spartanische Weise rund 100 Mönche. Einer der Mönche bietet uns zum trinken, wie an jeden Pilger, etwas Wasser aus der heiligen Quelle in der Grotte an.

Zurück in Padum lädt Herrn Sonam Namgyal uns ein um die letzten 2 Tage bei Ihm und seiner Familie im Hause P. Kongma zu leben. Eine überraschende Einladung die wir gerne annehmen. Vor unsere Abreise steckt Lene der Frau des Hauses, Donsal, diskret etwas Geld zu, “für die Kinder”. So können wir der Familie etwas geben, um die Ausgaben für unser Essen und Trinken zu decken. Der Tchang (ein Bier auf Basis von Gerste) in P. Kongma ist vom feinsten den wir jeh getrunken haben.

Das SECPAD-Schulfest ist ergreifend. Schon der Empfang mit weißem Katta und Ehrenhecke geht sofort zum Herzen. Die Leute haben großen Respekt für die Arbeit der Athenstaedt-Stiftung und deren Sponsoren. Das ein Mensch, der das Glück hat im Westen in Wohlstand zu leben und sein Geld investiert in die Bildung für ein fremdes Kind, gilt als eine Tat von wahrem Buddhistischem Mitgefühl. Nach den Offiziellen Reden, geben verschiedene Gruppen, Kinder wie Erwachsenen, Tanzsauftritte in lokaler Tracht. Abgeschlossen wird das Fest mit einer Puja und einem gemeinsamen Essen.

Nach einer intensiven emotionalen Woche in einer der letzten Shangri La’s des Himalayas, verabschiedeten wir uns am nächsten Morgen. Klaus und Fabian bleiben noch um weiter zu arbeiten. Nach 2 Tagen sind wir zurück in Leh und starten mit den Vorbereitungen für unser Trekking zu den Tibetischen Nomaden im Ladakhi Changtang. Ob es dieses Jahr wohl klappen wird?

Text: Patrick Van Grootven, Fotos Copyright: www.thetrail.be

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