REISEBERICHT

Reise nach Ladakh/Zanskar 2014

von Fabian Klose und Theresa Kaufmann

Dieses Jahr sollten wir nun im Auftrag der Stiftung nach Indien fahren. Ich, Fabian Klose, hatte bereits 2009 Erfahrungen in Ladakh/Zanskar sammeln dürfen, meine Freundin Theresa reiste zum ersten Mal dorthin.

Es geht los:
Nach mehreren Tagen Vorbereitung, Einkauf und Planung der Reise ging es am 20. Juli 2014 los. Der Zugreise von Gelsenkirchen nach Frankfurt folgte ein 8-stündiger Flug nach Delhi, wo wir nach Mitternacht eintrafen. Dort mussten wir dann, bei sehr schwülen Temperaturen, das Terminal wechseln um unseren Anschlussflug am frühen Morgen des 21. Juli nach Leh, der Provinzhauptstadt von Ladakh, zu erreichen. Morgens kamen wir bei schönstem Wetter an. Schnell merkten wir die Höhe und erholten uns im Laufe des Tages von den Flugstrapazen. Im Hotel lernten wir dann auch die Zahnarztgruppe um Marianne Prien kennen, die uns zu sechst nach Zanskar begleiten würde.

Die nächsten zwei Tage wurden dann Einkäufe für die Schule realisiert. Hefte, Stifte, Sportuntensilien…insgesamt 17 Pakete, die noch nicht das Zahnarztequipment beinhalteten. Natürlich erkundeten wir auch die Stadt, die sich nach dem Besuch des Dalai Lama zwei Wochen zuvor deutlich von Touristen geleert hat.

Am 24. Juli ging es dann mit dem vollen Minibus entlang des Indus Richtung Zanskar los. Mit kurzen Aufenthalten in den schönen Klöstern von Basgo und Alchi folgte die erste Übernachtung in einem gemütlichen Zeltlager in Mulbekh. Dann mit weiteren Familienanhang von Wangchuk, Sohn von Mr. Namgyal, über Kargil bis nach Rangdum zur Übernachtung im interessanten Homestay in einer Gastfamilie. Unterwegs kamen wir auch an die Stelle, an der wenige Tage zuvor ein furchtbarer Unfall passierte, bei dem 10 Leute mit ihrem Auto den Abhang hinunterstürzten. Unter ihnen war auch ein junger Schüler unserer Schule mit Eltern. Aufgrund dieses Unglückes hatte die Schule verständlicherweise auf das übliche große “Willkommenfest” verzichtet.

Am Abend des 26. Juli erreichten wir dann erschöpft Pikongma, wo wir von Mr. Namgyal, dem Präsidenten der SECPAD in Empfang genommen wurden. Am nächsten Morgen wurden zunächst die Materialien abgeladen und die Woche mit den Verantwortlichen geplant. Später besuchten wir die Familie des verunglückten Jungen in Rijing und übernahmen die Patenschaft für die auf unsere Schule gehende Schwester, falls sie eine weitere Ausbildung nach Abschluss der Schule, anstrebt.

Am Montag erwartete uns die komplette Schülerschaft (142) in Spalier. Ein schöner, bewegender Moment. Intensive Gespräche mit dem smarten Schulleiter und den Lehrern der Schule folgten. Anschließend inspizierten wir Klassenräume und die Bibliothek.

Die nächste Woche wurde dann mit einer intensiven Qualitätsanalyse der Schule, des Hostels (derzeit bewohnen es 49 Kinder) und des Vocational Training Center bestritten.

Besonders gut lief dieses Mal die Organisation der Fotos und der Ausgabe der Materialien an die Kinder. Dafür brauchten wir nur einen Vormittag, da die Vordrucke der Schülerinnen und Schüler auf Papier die Durchführung deutlich erleichterte. Auffällig war für uns deutsche Lehrer auch die große Disziplin, die die zanskarischen Schülerinnen und Schüler uns und ihren Lehrern gegenüber zeigten. Der Sportunterricht am Freitagmorgen war trotz dünner Luft dadurch sehr angenehm, da die Schüler immer sofort auf die Anweisungen des “deutschen Lehrers” reagierten und viel wissbegieriger erschienen als so manch deutscher Schüler.

Der Besuch des Vocational Training Centers am Donnerstag, den 31. Juli war sehr interessant. Dieses Gebäude östlich des Schulgeländes ist in etwa fünf bis zehn Minuten von der Schule aus zu erreichen. Zwei Lehrerinnen bilden dabei 13 Trainees für drei Jahre an 13 Nähmaschinen aus. Die Aufträge sind sehr unterschiedlich. So wird etwa für Hochzeiten und für kleine Aufträge in der Umgebung gearbeitet. Die Herstellung aller Uniformen für die Schülerinnen und Schüler unserer Schule ist aber im Moment aufgrund des Umfangs nicht realisierbar.

Zu unserer Verwunderung wurden wir von einigen Schülerinnen ausgemessen und wie sich einen Tag später herausstellte, bekamen wir von ihnen Mäntel genäht, die uns der Vorstand der SECPAD beim Abschlussdiner überreichte.

Das Gebäude des Training Centers hat weiterhin sehr viel Potenzial, gerade im unteren Teil des Gebäudes, in dem der Ausbau zu Lehrerwohnungen durchaus sinnvoll erscheint. Die Toiletten sind allerdings weiter außerhalb des Gebäudes zu finden, welches von allen Beteiligten auch weiterhin begrüßt wird.

Neben der intensiven Woche in der Schule genossen wir bei gutem Essen (v.a. die Momo’s sind wunderbar) auch die Abende in der Familie von Mr. Namgyal. Besonders die kleine Enkelin Donsal und eine Cousine von ihr verzückten uns mit ihren Tänzen und Gesang.

Am Samstag folgte dann ein Sightseeing-Tag in Sani (tolles Kloster), Padum und Karsha. Dort wurden wir u.a. von einem Mönch zum Tee eingeladen.

Nach einer Woche hieß es Abschied nehmen, da es für Theresa und mich auf einen einwöchigen Trek ging.

Nach einer intensiven und sehr schönen Wanderung ging es dann mit dem Auto zurück nach Delhi, ehe wir am 13. August 2014 wohlbehalten und gesund wieder in Deutschland ankamen.

Der Himalaya ist wirklich sehenswert und unser Besuch wird uns noch lange in guter Erinnerung bleiben.

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